Der schnelle Kasten aka. das Einsteigerbrot

By | February 6, 2020

Es gibt ja Situationen im Leben, da muss man sich, ob nun gewollt oder ungewollt, mit seiner Ernährung befassen. Bei mir war das die Diagnose einer massiven Stoffwechselstörung. Also was tun? Gesünder Leben? Weniger Dies und Das essen? 1000 Ratgeber lesen? Nein. Anfangen!

Wo? Bei einer Bestandsaufnahme, was ich denn so alles in den Körper werfe. Fazit…Erschreckend!

Nun macht es einem die Lebensmittelindustrie heute ja nun wirklich nicht einfach, gewisse Inhaltsstoffe, die in gewisse Lebensmittel einfach nicht hinein gehören, zu vermeiden. Die Rede ist von Konservierungsstoffen, Zucker, Geschmacksverstärkern, die berüchtigten E-Nummern, ect. Das ein Weißmehl aka 405er nicht der Weißheit letzter Schluß ist, war mir schon länger bewusst, aber deswegen so Ökozeugs essen? Naja, probiern wirs halt mal. Geschmeckt hats nicht sooo schlecht aber warum sieht das eine Vollkornbrot anders aus als das Produkt des Mitbewerbers? Viel weniger dunkel. Also im $Supermarkt* mal die Packungen umgedreht und die (deklarationspflichtigen) Inhaltsstoffe gelesen. Was zur Hölle macht (Malz)Zucker oder Zuckerrübensirup in einem Vollkornbrot? Wollen wir da etwas vorgaukeln vom tollen, dunklen, gesunden Brot? Da brauche ich mich nicht wundern, warum nach 2 Scheiben zum Abendessen ein schöner, massiver Anstieg vom Blutzucker messbar ist. Ja, ich habe so eine Dauermesstelle am Körper, da lässt sich sowas sehr fein tracken.

Kurzum, ich backe jetzt mein Brot selber! Dank des https://www.ploetzblog.de für die Grundlagen und einer Experimentalbäckernin (hallo Mutti *g*) habe ich ein einfaches, leicht zu backendes Einsteigerbrot mit guten Zutaten und Arbeitnehmerkompatibel entwickelt, was mir garnichts tut, was den Zuckerspiegel angeht und obendrein noch sehr lecker ist. Selbst einige liebe Gäste fanden es so toll, dass sie es nachbacken wollen. So here we go! Die

Zutaten:

Es ist übrigens so ausgelegt, dass es von der Menge her in eine handelsübliche Kastenform passt. Andere Formen, bitte selbst testen.

  • 300g Dinkelvollkornmehl**
  • 300g Roggenvollkornmehl**
  • 1 Päckchen Biotrockenhefe (nein, nicht die mit dem Emulgator)
  • 1 TL Salz
  • ca. 10g Trockensauerteig in Bio***
  • 60g Haferflocken grob
  • 1-2 TL Leinsamen***
  • Brotgewürz****
  • 1 TL Honig oder Biozucker*** damit die Hefe in Extase kommt
  • ca. 550ml lauwarmes Wasser
  • 1 Kastenform
  • 2 1/2 Stunden Zeit
  • Backzeit 1 Stunde

Die Hefe in einer großen Tasse mit lauwarmem Wasser und dem Honig/Zucker auflösen und 15 Minuten stehen lassen.

Die anderen Zutaten in eine Rührschüssel geben und schon mal trocken vormischen. Dann das Hefewasser dazu, das Wasser nachschütten und verrühren. Es sollte ein recht klebrig-beweglicher Teig heraus kommen. 2 Stunden abgedeckt in einer großen Schüssel (3-4 Liter, das Zeug geht auf!) abgedeckt in der Küche lümmeln lassen. Danach in die Kastenform füllen, sie sollte so zu 3/4 voll sein und bei 200 Grad Ober/Unterhitze im unteren Drittel des Backofens 1 Stunde lang backen. Ruhig noch 5-6 Minuten länger drin lassen und die Resthitze ausnutzen. Heraushehmen, kurz abkühlen lassen und unbedingt aus der Form auf ein Gitter geben und abkühlen lassen, ruhig auch über Nacht. Sollte es innen etwas zu feuch sein, das nächste mal mit etwas weniger Wasser ausprobiern.

Den Sauerteig deshalb, weil die Hefe den Roggen nicht schafft ohne. Ich finde den Trockenen sehr handlich, weil er einfach zu handaben und zu lagern ist. Wer mag, kann auch sehr gern einen ansetzen und dann verwenden, aber es sollte ja erstmal einfach sein.

Gutes Gelingen!

* Ich bin ITler, ich darf in Variablen sprechen 😉

** Gibts in der Mühle. Nicht das Zeug aus dem Supermarkt. Mehl hat übrigens, bei richtiger Lagerung, kein MHD, genauso wenig wie Zucker.

*** Man glaubt übrigens nicht, wieviele Bio-Waren es in einem normalen Vollsortimenter mit K, R oder R gibt. Nein, L***, A*** und P**** sind keine Vollsortimenter! Einfach etwas schauen. Da ist der extra Gang zum E***, weils da ja ach so tollen Kram gibt, garnicht nötig.

**** Eine Mischung aus gemahlenem Fenchel-Kümmel-Anis (gemörsert oder gekauft) oder einen Brotklee. Bei Beidem gibt die Suchmaschine Auskunft.

Und Vorsicht mit Thermomixen o.ä. Die vermengen zwar sehr gut, zerballen aber die Haferflocken sehr fein 🙂

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